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06.02.2010

Wien - Vorbild fürs Reich

In zahlreichen Städten des Reiches sind die Bürger einander nicht grün. Die einen essen lieber Gemüse, die anderen Fleisch, jene gehen nur in die "Therme", diese nur in die "Oase". Jener Geistliche wird aus seiner Kirche ausgesperrt, andere Kirchen haben überhaupt keinen Pfarrer. Die Weiber trinken Wein, die Männer Schnaps und wenn irgendwo Frieden herrscht, dann nur bis zu dem Augenblick, in dem das Gespräch die leeren Kassen des Erzherzogtums berührt.
Nur Wien ist anders. Hier herrscht eine Einigkeit, von der man im restlichen Reich nur träumen kann. Wie unsere Zeitung heute erfuhr, gibt es dafür einen einfachen Grund: Röcke.
Intensive Befragungen der Einwohner ergaben, dass Röcke das vorherrschende Gesprächsthema in den Wirtshäusern sind. Ob aus ihnen stramme Männerwaden oder elfengleiche Frauenbeine herausschauen - beides findet in diesem Ort regen Anklang.
Selbst die Stadtverwaltung und die Armee sind sich ausnahmsweise einig: Sergeant Twix (Name von der Redaktion geändert) bestellt sich Gerüchten zufolge berockte Gefreite ins Zeltlager, während im Wirtshaus unter Aufsicht des Bürgermeisters ältere Herren im Nachthemd auf den Tischen tanzen. Nicht nur die Damenwelt, auch die Herren bekommen bei dem Gedanken an "Röcke" glänzende Augen.
Wie ist dies möglich? Ein weiteres hochrangiges Armeemitglied fasst treffend Erkenntnis aus den Wiener Wirtshäusern zusammen: "es kommt doch darauf an, was drinnen ist, nicht auf die Kleidung".

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